Zeichensprache

Religiöse Sprache ist gleichzeitig auch bildhafte und symbolische Sprache. In den Texten des Alten und Neuen Testamentes finden wir zahlreiche Bildworte. Im März beschäftigt sich der Blog mit der Symbolik der vier Grundelemente. Alle spiegeln Gott, seine Allmacht und sein schöpferisches Wirken wider. Gott ermöglicht und sichert das Leben durch Luft, Erde, Wasser und Feuer.
Datum:
20. März 2021
Von:
Tanja Limmer

Wasser

Der Planet Erde ist zu 70% mit Wasser bedeckt und der menschliche Organismus besteht ebenfalls zu über 70% aus Wasser. Ohne Flüssigkeitsaufnahme können wir höchstens 5 Tage überleben. Die beiden letzten heißen Sommer haben uns spüren lassen, wie lebenswichtig das Wasser für Mensch und Natur ist.

Wie alle Elemente ermöglicht Wasser nicht nur das Leben, sondern es hat auch eine zerstörerische Kraft. Denken wir nur an Überflutungen oder Unwetter. Diese Eigenschaft machen wir uns – meist unbewusst – zu Nutze: Wasser „zerstört“ bzw. beseitigt Schmutz, wir benötigen es zur Reinigung und zum (Ab)waschen.

Bei der Taufe ist Wasser das zentrale Zeichen. Dreimal wird über den Kopf des Täuflings Wasser gegossen und er wird auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Dabei spielen bei der symbolischen Handlung sowohl der lebensspende Aspekt als auch der zerstörerische Aspekt des Elementes eine große Rolle. Durch die Taufe werden wir zu Kinder Gottes, der uns das (ewige) Leben schenkt. Wir gehören zu Christus und zu seiner Gemeinschaft und haben Anteil an der Auferweckung der Toten. Es wird gleichzeitig auch sichtbar, dass alles, was uns von Gott trennt, beseitigt und zerstört wird. So wäscht Gott uns von Anfang an rein und ermöglicht gleichzeitig immer wieder den Neuanfang. Genau dies ist mit der Vergebung von Sünde und Schuld gemeint.

Beim Betreten einer Kirche dürfen wir uns mit Wasser bekreuzigen und uns erinnern: Ich bin getauft und sprichwörtlich „mit allen Wassern gewaschen.“

 

Impuls: Was bedeutet es für mich, getauft zu sein?