Zeichensprache

Im christlichen Glauben finden wir die unterschiedlichsten Symbole und Zeichen. Doch, was bedeuten diese?
Datum:
20. Feb. 2021
Von:
Tanja Limmer

Religiöse Sprache ist gleichzeitig auch bildhafte und zeichenhafte Sprache. In den Texten des Alten und Neuen Testamentes finden wir zahlreiche Bildworte. Dieser Blog will Ihnen einige davon näher bringen.

In den biblischen Texten kommen oftmals - neben anderen Bildern - Pflanzen und Früchte vor. So sind sie im Alten Testament nicht nur reine Nahrungsmittel, sondern sie spielen eine große Rolle bei Ritualen und symbolisieren gleichzeitig Wohlstand. Jesus benutzt im Neuen Testament gerne Pflanzen als Metaphern, um seine frohe Botschaft zu vermitteln.

Die Erläuterungen im Monat Februar beschäftigen sich deshalb mit einigen ausgewählten Pflanzen und Früchten, sowie deren Bedeutung.

 

Der Weinstock und die Reben

Wir finden das Motiv des Weinstocks sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Wer einen Weinstock oder gar einen Weinberg besaß, der war reich und gesegnet. Dies thematisiert beispielsweise der Haussegen des Psalms 128.

Gottes erwähltes Volk Israel wird gerne mit der Beständigkeit und Fruchtbarkeit es Weinstocks verglichen (Ps 80, 9-14). Aus den Früchten des Weinstocks, den Trauben, wird der Wein gewonnen. Kaum ein anderes landwirtschaftliches Produkt ist so (be)deutungsvoll wie der Wein. Er ist Symbol für Glück, Zufriedenheit, Reichtum und Freude. Von daher liegt es nahe, dass Jesus den Wein – neben dem Brot – zum zentralen Element beim seinem Abschiedsmahl mit den Jüngern macht. Die Evangelisten Matthäus und Markus berichten explizit, dass Jesus hier das Bild des Weinstocks benutzt: „Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters.“ (Mt 26,29 / Mk 14,25). Die Freude im Himmel wird nach der Auferstehung der Toten unendlich groß sein und alle werden Anteil daran haben. So weitet Jesus die Bedeutung des Weins als Symbol der Befreiung aus.

Bekannt ist auch die Bildrede Jesu vom Fruchtbringen (Joh 15, 1-17). Hier macht Jesus deutlich, dass die Menschen alleine auf sich gestellt keine gute Frucht hervorbringen können. Dazu ist die Verbundenheit mit ihm – dem wahren Weinstock – zwingend erforderlich. Diese Verbundenheit ist ein zentraler Aspekt seiner frohen Botschaft und darf zugleich beruhigend auf uns wirken: Die Reben ziehen ihre Kraft aus dem Weinstock und wir Menschen dürfen Jesus als unsere Kraftquelle nutzen. Sichtbar und Wirklichkeit wird dies in der Feier der Eucharistie, wenn uns Jesus durch (Brot) und Wein stärkt und so mit uns in ständiger Verbindung bleibt.