Zeichensprache

Im christlichen Glauben finden wir die unterschiedlichsten Symbole und Zeichen. Doch, was bedeuten diese?
Datum:
13. Feb. 2021
Von:
Tanja Limmer

Religiöse Sprache ist gleichzeitig auch bildhafte und zeichenhafte Sprache. In den Texten des Alten und Neuen Testamentes finden wir zahlreiche Bildworte. Dieser Blog will Ihnen einige davon näher bringen.

In den biblischen Texten kommen oftmals - neben anderen Bildern - Pflanzen und Früchte vor. So sind sie im Alten Testament nicht nur reine Nahrungsmittel, sondern sie spielen eine große Rolle bei Ritualen und symbolisieren gleichzeitig Wohlstand. Jesus benutzt im Neuen Testament gerne Pflanzen als Metaphern, um seine frohe Botschaft zu vermitteln.

Die Erläuterungen im Monat Februar beschäftigen sich deshalb mit einigen ausgewählten Pflanzen und Früchten, sowie deren Bedeutung.

Die Senfpflanze

Jesus benutzt in seinen Reden oft Bilder aus der Lebenswirklichkeit der Menschen. So beschreibt er im Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13, 31f), wie aus einem kleinen Samenkorn ein großer Baum wächst. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um die schwarze Senfpflanze handelt, die am See Genezareth zu finden ist. Diese Samenkörner sind winzig und gedeihen zu starken Pflanzen.

Damit verdeutlicht das Bild von der Senfplanze zwei Dinge. Zum einen macht es uns bewusst, welche Wunder die Schöpfung für uns bereit hält und dass Gott aus kleinsten Dingen Großes entstehen lassen kann. Zum anderen helfen uns die einleitenden Worte von Jesus: "Mit dem Himmelreich ist es wie....", eine weitere und tiefere Bedeutung zu entdecken. Gottes (Himmel)reich der Liebe und des Friedens soll sich auf der Erde ausbreiten und wachsen wie die starke Senfpflanze. Klein darf es beginnen, aber eine große Wirkung soll es haben.

In jedem Menschen hat er dazu symbolisch den "guten Samen" gelegt. In dem Samen ist alles grundgelegt, was für das Wachsen des Reiches benötigt wird. Er steht für unsere Fähigkeiten, für unsere Talente und Begabungen, die Gott uns geschenkt hat. Gleichzeitig gehen wir mit dem Geschenk auch eine Verpflichtung ein und genießen dazu Gottes Vertrauen. Wir dürfen unsere Talente und Begabungen nicht im Verborgenen lassen, sondern sie einsetzen für unsere Mitmenschen und für die Schöpfung. Nur so kann Gottes Plan gelingen. Talente und Begabungen müssen weiter entwickelt werden oder im Laufe des Lebens neu entdeckt werden.

Senfkorn und Senfpflanze sind Zeichen und Bilder für Gottes Zu- und Vertrauen in die Menschen und für die Gewissheit, dass niemand zu unbedeutend oder gar nutzlos ist.

Impuls:
Kann ich meine Fähigkeiten und Begabungen benennen?
Wie gehe ich mit meinem Geschenk um? Kann ich es würdigen?