Zeichensprache

Im christlichen Glauben finden wir die unterschiedlichsten Symbole und Zeichen. Doch, was bedeuten diese?
Datum:
6. Feb. 2021
Von:
Tanja Limmer

Religiöse Sprache ist gleichzeitig auch bildhafte und zeichenhafte Sprache. In den Texten des Alten und Neuen Testamentes finden wir zahlreiche Bildworte. Dieser Blog will Ihnen einige davon näher bringen.

In den biblischen Texten kommen oftmals - neben anderen Bildern - Pflanzen und Früchte vor. So sind sie im Alten Testament nicht nur reine Nahrungsmittel, sondern sie spielen eine große Rolle bei Ritualen und symbolisieren gleichzeitig Wohlstand. Jesus benutzt im Neuen Testament gerne Pflanzen als Metaphern, um seine frohe Botschaft zu vermitteln.

Die Erläuterungen im Monat Februar beschäftigen sich deshalb mit einigen ausgewählten Pflanzen und Früchten, sowie deren Bedeutung.

Der Baum und seine Früchte

Im letzten Beitrag war von den "guten Früchten" die Rede. Natürlich zählten zu biblischen Zeiten die Früchte zu den Grundnahrungsmitteln. Nach der ägyptischen Gefangenschaft erreicht das Volk Israel nach vierzig Jahren das "gelobte Land", in dem "Milch und Honig" fließen. Geographisch liegt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris und gilt als sehr fruchtbar. Die sogenannten "sieben Arten" des gelobten Landes wurden als Zuwendung und Segen Gottes empfunden und dienten der ausgewogenen Ernährung. Hierzu zählen neben Weizen, Gerste, und Wein die Früchte der Olivenbäume, Feigen, Datteln und Granatäpfel. Die ersten drei der aufgezählten Arten werden später thematisiert. Im Folgenden soll die symbolische Bedeutung der übrigen Früchte ausgeführt werden:

Der Olivenbaum

Der Zweig des Olivenbaumes symbolisiert Frieden und die damit verbundene Hoffnung auf einen Neuanfang. Noah schickt nach der großen Flut eine Taube aus, die mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück kehrt und damit den Neuanfang anzeigt (Gen 7, 10f). Mit Olivenöl wurden Könige gesalbt und auch Jesus wird bei seinem Besuch in Bethanien von einer Frau mit Öl gesalbt (Lk 7, 36ff). Bei der Totensalbung wird die Hoffnung auf ein neues Leben ausgedrückt.

Der Feigenbaum

Dieser Baum wird in der Bibel als erste Pflanze namentlich erwähnt, Adam und Eva benutzen zur Bedeckung ihrer Scham Feigenblätter (Gen 3, 7). Mit seinen großen Blättern spendet der Feigenbaum viel Schatten und ist in der Mittagshitze sehr begehrt. Wer bei einem Fegenbaum wohnt, der findet Ruhe und Zufriedenheit. So gilt er als Symbol für (Zu)frieden(heit) und Ruhe.

Die Dattelpalme

Unter einer Dattelpalme wurde zu den Zeiten des Alten Testamentes Recht gesprochen (Ri 4, 4f). Beim Einzug in Jerusalem am Palmsonntag jubeln die Menschen Jesus mit Palmzweigen der Dattelpalme zu. Durch den hohen Stamm der Dattelpalme gilt sie als Zeichen der Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit.

Der Granatapfelbaum

Im Hohenlied, dem "erotischen Buch der Bibel" wird der leuchtende, rote Granatapfel mit der Schönheit einer Frau verglichen (Hld 4, 1ff). Der Fruchtsaft ist der Nektar der Liebespaare und der Duft der Blüten erinnert an den neuen Frühling. Im Inneren der Granatäpfel befinden sich zahlreiche (essbare) Samen. So symbolisiert er die Fülle des Lebens, die Fruchtbarkeit und steht gleichzeitig für die Hoffnung auf zahlreiche Nachkommen.