Zeichensprache

Symbole und Zeichen weisen auf Gott hin. Gott übersteigt unsere Vorstellungskraft und wir können ihn mit Worten nicht ausreichend beschreiben. Da, wo Worte alleine nicht ausreichen, helfen uns Symbole und Zeichen. Sie "sprechen" zeichenhaft von Gott und sind gleichzeitig Bekenntnisse unseres Glaubens. Der Blog beschäftigt sich im Monat April mit den österlichen Zeichen und Symbolen.
Datum:
3. Apr. 2021
Von:
Tanja Limmer

Osterlamm

Nicht nur an Ostern, sondern in jeder Heiligen Messe, beten wir: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme dich unser, schenk uns deinen Frieden“. Jesus Christus wird schon zu Lebzeiten von Johannes dem Täufer als „Lamm Gottes“ betitelt (Joh 1, 29.36). Um diesen Titel einordnen zu können, müssen wir zunächst die jüdische Tradition des Opferlammes betrachten. Vor über 2.000 Jahren war es üblich, dass die Juden im Tempel Tiere, vorzugsweise Lämmer, opferten. Gott selbst trug ihnen diese Praxis auf, um das Opfern von Menschenleben zu verhindern (Vgl. Gen 22, 9-13). 

Bei der Befreiung aus der ägyptischen Gefangenschaft rettete das Blut des Lammes, das zum Bestreichen der Türpfosten verwandt wurde, die Söhne des Volkes Israel vor dem Tod (Ex 12, 7.13). Heute noch feiern die Juden diese Errettung mit dem Paschafest. Jesus war Jude und so feierte auch er mit seinen Jüngern das Paschafest, welches dadurch eine neue Bedeutung – die des letzten Abendmahles – erhielt (Lk 22, 7-23). Nach dem Mahl gibt Jesus sich selbst zum Opfer hin. Durch sein Blut, dass „für uns und für alle vergossen wird“, rettet er uns vor Sünde und Tod.

Der Evangelist Markus berichtet uns, dass im Moment des Todes von Jesus der Vorhang im Tempel zerriss (Mk 15,38). Genau zu dieser Zeit wurden die Lämmer im Tempel geopfert. Zeichenhaft kommt hier zum Ausdruck, dass die „alten“ Opferlämmer des „Alten Bundes“ hinfällig und nicht mehr von Nöten sind. Jesus Christus ist das wahre Opferlamm des „Neuen Bundes“. Die Siegesfahne, die bei keiner künstlerischen Darstellung des Osterlammes fehlen darf, verdeutlicht einmal mehr: „DAS Lamm ist geopfert – der Tod ist besiegt!“

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest und vielleicht werden Sie heute auch beim Osterkaffee ein frisch gebackenes Osterlamm genießen.