Zeichensprache

Religiöse Sprache ist gleichzeitig auch bildhafte und symbolische Sprache. In den Texten des Alten und Neuen Testamentes finden wir zahlreiche Bildworte. Im März beschäftigt sich der Blog mit der Symbolik der vier Grundelemente. Alle spiegeln Gott, seine Allmacht und sein schöpferisches Wirken wider. Gott ermöglicht und sichert das Leben durch Luft, Erde, Wasser und Feuer.
Datum:
27. März 2021
Von:
Tanja Limmer

Feuer

Feuer steht immer für die Anwesenheit Gottes. Denken wir dabei auch an den Brauch, eine Kerze für sich und/oder für andere in einer Kirche aufzustellen. Unsere Gebete steigen dabei zum Himmel auf und Gott ist mit und bei uns.

 

Mose wird von Gott in der Gestalt des brennenden Dornbusches berufen (Ex 3,2 ff). Später wird Gott sein Volk Israel aus Ägypten führen und in einer Feuersäule vor ihm herziehen (Ex 13, 21). An Pfingsten schickt Jesus Christus den Jüngern seinen Beistand, den Heiligen Geist. Zungen von Feuer lassen sich auf jeden der Jünger nieder – Gott ist da, unsichtbar, aber kraftvoll (Apg 2,3). Seine Anwesenheit kann auch ein Feuer in den Menschen entfachen, welches zunächst unbemerkt bleibt. So stellen die Emmausjünger erst im Rückblick fest, dass der Auferstandene sie den ganzen Weg begleitet hat: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete? (Lk 24, 32)“. Wer vom Feuer angesteckt wurde, der kann dieses Feuer auch weitergeben. Das Evangelium breitet sich aus wie ein Lauffeuer. 

 

Ähnlich dem Element Wasser thematisiert die Bibel aber auch die zerstörerische Kraft des Feuers. Die beiden Städte, Sodom und Gomorra, werden durch Schwefel- und Feuerregen vernichtet. Gott zerstört das Böse bzw. die Sünde, wofür diese beiden Städte stehen (Gen 19, 23f). Diesen Aspekt greift Jesus im Neuen Testament wieder auf, indem er ankündigt „Feuer auf die Erde zu werfen (Lk 12, 49)“. Er selbst vernichtet durch seinen Tod und seine Auferstehung die Sünde, die uns von Gott trennt. Wenn etwas verbrennt, dann darf auch wieder etwas Neues entstehen. Das Feuer symbolisiert also auch den Neuanfang, den Gott immer wieder mit uns wagt.

 

Impuls: Wofür „brenne“ ich? Was sollte oder möchte ich „verbrennen“?